• Wattenmeerbotschafter zu Besuch

    (Information vom 15.07.2015)
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    Andreas Böttcher unterbricht seine Radtour für eine Weltreise.
    Heute war der Wattenmeerbotschafter Andreas Böttcher bei uns zu Gast, um die Klimazonen entlang des achten Längengrads Ost zu erkunden. Seit dem 5. Juli 2015 ist der Sofwareentwickler auf dem Nordseeküstenradweg unterwegs, um auf das Welterbe Wattenmeer aufmerksam zu machen: „Auf den Zwischenstopp im Klimahaus freue  ... mehr
    Andreas Böttcher unterbricht seine Radtour für eine Weltreise.

    Heute war der Wattenmeerbotschafter Andreas Böttcher bei uns zu Gast, um die Klimazonen entlang des achten Längengrads Ost zu erkunden. Seit dem 5. Juli 2015 ist der Sofwareentwickler auf dem Nordseeküstenradweg unterwegs, um auf das Welterbe Wattenmeer aufmerksam zu machen: „Auf den Zwischenstopp im Klimahaus freue ich mich besonders“, so der leidenschaftliche Radfahrer bei seiner Ankunft.

    Für den Halt im Klimahaus, das als Partner des Nationalparks zertifiziert ist,

      tauschte der 51-jährige Watt gegen Wüste und Deich gegen Dschungel. Hier durchwanderte der Welterbebotschafter die Wüste der Sahelzone, den Regenwald Kameruns und das Packeis der Antarktis. Auf diese Weise umrundete er symbolisch die Welt und legte damit gewissermaßen über 40.000 Kilometer auf zwei Beinen zurück. Am Ende seiner Radtour , die von Esbjerg in Dänemark bis zur Insel Texel in den Niederlanden führt, wird er 800 Kilometer auf zwei Rädern zurückgelegt haben.

    Anlass für die sportliche Unternehmung Böttchers ist der sechste Jahrestag der Ernennung des Wattenmeeres zum Weltnaturerbe durch die UNESCO. Im Juni 2009 erhielt der deutsch-niederländische Teil des Wattenmeeres diese Auszeichnung der Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur der Vereinten Nationen, im Juni vergangenen Jahres folgte der dänische Teil. Damit ist nun das gesamte Wattenmeer in die UNESCO-Liste der Weltnaturerbestätten aufgenommen. Auf die Frage, warum er diese außergewöhnliche Radtour unternimmt, entgegnete Böttcher: „Ich will die Menschen für die einzigartige Wattenmeernatur begeistern und sensibilisieren.“ Über seine Erlebnisse von unterwegs berichtet der Oldenburger auf dem extra eingerichteten Blog WaddenCycle.tumblr.com.

     

    Um den Naturraum Wattenmeer geht es auch am 14.10.2015  bei dem Vortrag "Ostatlantischer Vogelzug auf neuen Wegen?" von Dr. Peter Prokosch im Klimahaus. Die Veranstaltung wird im Rahmen der 7. Zugvogeltage gemeinsam von der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer und dem Klimahaus Bremerhaven 8° Ost  veranstaltet. Weitere Informationen zum Zugvogel-Vortrag.



    Abkühlung nach den Hitzerekorden

    (Information vom 09.07.2015)
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    Ganz große Hitze ist vorerst vorbei.
    Während vorgestern noch örtlich Hitzerekorde in Bayern verzeichnet wurden, ist es seit gestern mit Temperaturen um 20 °C überall erträglicher. Tief Thompson lenkt nämlich vom Atlantik kühle Luft nach Mitteleuropa. Zuvor hatte es eine der größten Hitzewellen der deutschen Wettergeschichte gegeben. So fiel am Sonntag mit +40,3 °C in Kitzingen in Bayern der  ... mehr
    Ganz große Hitze ist vorerst vorbei.

    Während vorgestern noch örtlich Hitzerekorde in Bayern verzeichnet wurden, ist es seit gestern mit Temperaturen um 20 °C überall erträglicher. Tief Thompson lenkt nämlich vom Atlantik kühle Luft nach Mitteleuropa.

     

    Zuvor hatte es eine der größten Hitzewellen der deutschen Wettergeschichte gegeben. So fiel am Sonntag mit +40,3 °C in Kitzingen in Bayern der deutsche Temperaturrekord von +40,2 °C, der in den Jahren 1983 und 2003 gemessen worden war, wie der Deutsche Wetterdienst mitteilte. An fast einem Viertel der Wetterstationen wurden in den letzten Tagen die höchsten überhaupt jemals gemessenen Temperaturen erreicht. Sogar an der Hälfte der Stationen reichte es immerhin für einen Julirekord.

     

    Die Jagd nach Hitzerekorden dauert in Europa schon seit Mai an. Zuerst wurde auf Sizilien Anfang Mai ein Europarekord der Maitemperatur aufgestellt, der gleich eine Woche später in Spanien deutlich überboten wurde. In der Region Valencia wurden damals bis +45,0 °C gemessen und damit im Mai höhere Temperaturen erreicht als sonst im Juni. Der Wärmetrend setze sich in Spanien weiter fort, so dass eine Reihe von Stationen auch noch einen neuen Junirekord maß. Anfang Juli breitete sich die Hitze weiter nach Norden aus. Gleich am 1. des Monats wurde in London der Julirekord für Großbritannien gebrochen und +36,7 °C gemessen. Nur einen Tag später verzeichneten die Niederlande in Maastricht einen neuen Landesrekord für Juli: +38,2 °C. Auch an vielen Orten in Frankreich, Belgien und in der Schweiz purzelten in den Folgetagen die Rekorde. In Genf wurden +39,7 °C registriert – das ist der höchste Wert, der in der Schweiz je nördlich der Alpen vorgekommen ist.

     

    Auch anderswo auf der Nordhalbkugel war es rekordheiß. In Indien und in Pakistan kam es in den letzten Wochen zu tödlichen Hitzewellen mit Temperaturen bis nahe 50 °C, bei denen tausende Menschen ums Leben kamen. Im Nordwesten der USA gab es ebenfalls viele Rekorde bei Temperaturen bis +45 °C.

     

    Die Häufung dieser extrem hohen Temperaturen ist keine Überraschung. Auf der Erde ist es aufgrund der von uns Menschen verursachten, globalen Erwärmung momentan so warm wie noch nie seit Beginn der Messungen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass 2015 sogar wärmer werden wird als das Rekordjahr 2014 – der globale Rekord also nur ein Jahr später überboten werden wird. Auch die jüngsten Forschungsergebnisse zeigen immer deutlicher die Verbindung zwischen den ansteigenden CO2-Konzentrationen, den regionalen Hitzewellen und dem allgemeinen Zunehmen von extremen Wetterereignissen.

     

    Umso wichtiger ist es, dass in Paris Ende des Jahres endlich drastische Schritte zur Reduktion der Treibhausgasemissionen unternommen werden, um die noch folgende Erwärmung der nächsten Jahrzehnte zu begrenzen und die schlimmsten Folgen der Erwärmung abzumildern oder ganz zu verhindern.


  • Für Weltentdecker und Klimaretter!

     

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  • Sommerferienprogramm

    (Information vom 07.07.2015)
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    Kochkurse für Kinder ab 6 Jahren.
    Bei den Sommerkochkursen in der Frosta-Kochschule können Kinder ab 6 Jahren unter Anleitung einer erfahrenen Ernährungswissenschaftlerin den Kochlöffel schwingen und gemeinsam leckere Gerichte herstellen. Neben selbst gemachter Pasta lernen die Kinder auch den Melonenfisch und andere Leckereien kennen. Weitere Informationen zu dem Sommerferienprogramm. ... mehr
    Kochkurse für Kinder ab 6 Jahren.

    Bei den Sommerkochkursen in der Frosta-Kochschule können Kinder ab 6 Jahren unter Anleitung einer erfahrenen Ernährungswissenschaftlerin den Kochlöffel schwingen und gemeinsam leckere Gerichte herstellen. Neben selbst gemachter Pasta lernen die Kinder auch den Melonenfisch und andere Leckereien kennen. Weitere Informationen zu dem Sommerferienprogramm.



    Wir trauern um Aliki Faipule Foua Toloa

    (Information vom 26.06.2015)
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    Polynesischer Klimapolitiker erliegt seinem Krebsleiden.
    Am Dienstag dieser Woche verstarb der polynesische Klimapolitiker Foua Toloa. Toloa war die pazifische Stimme der Klimagerechtigkeit. Als Vertreter der kleinen Inselstaaten hat er sich in den letzten 20 Jahren nicht nur aus Überzeugung, sondern auch mit seinem ganzen Herzen für den Klimaschutz engagiert. Auf der  ... mehr
    Polynesischer Klimapolitiker erliegt seinem Krebsleiden.

    Am Dienstag dieser Woche verstarb der polynesische Klimapolitiker Foua Toloa. Toloa war die pazifische Stimme der Klimagerechtigkeit. Als Vertreter der kleinen Inselstaaten hat er sich in den letzten 20 Jahren nicht nur aus Überzeugung, sondern auch mit seinem ganzen Herzen für den Klimaschutz engagiert. Auf der Klimakonferenz von Kopenhagen 2009 ergriff er nachdrücklich Position gegen ein weiteres Ansteigen der Meeresspiegel, von dem insbesondere die polynesischen Kleinstaaten akut bedroht sind. 2010 kündigte der Umweltschützer auf der internationalen Klimagerechtigkeitskonferenz im Klimahaus  an, als Regierungschef seiner Heimat Tokelau die Stromversorgung des Inselatolls im Südpazifik vollständig auf erneuerbaren Energiequellen umzustellen. In seiner Funktion als Energieminister konnte er 2012 die Solaranlage einweihen und so seine Vision verwirklichen.

     

    Die Auswirkungen des Klimawandels im südpazifischen Raum waren ein zentrales Thema seines Wirkens. „Wir können nicht darauf warten, dass andere das Richtige tun“, war Toloas Überzeugung. Auch in seiner Funktion als Beauftragter der Global Ocean Commission (Weltozeankommission) hat Foua Tolao immer wieder seine Stimme erhoben, um zu mehr Klimagerechtigkeit aufzurufen.

     

    Die auf Samoa lebende Familie Toloa steht bereits seit Beginn der Ausstellungsplanung in enger Verbindung zum Klimahaus. So haben Foua und dessen Sohn Vaniah einen wichtigen Teil zur Klimahaus-Ausstellung beigetragen: Das Klimahaus-Fale, ein traditionelles samoanisches Haus, wurde von den Samoanern im Vorfeld der Eröffnung vor Ort eigenhändig aufgebaut. Jetzt ist der vielseits geschätzte Politiker verstorben. Wir verlieren einen wundervollen Menschen, Visionär und Freund, der in unseren Herzen und in unserer Ausstellung weiterleben wird. In Gedanken sind wir bei Fouas Familie.

     

    Tofa, Foua - Goodbye, Foua.



    Von Elmau über Bonn nach Paris

    (Information vom 11.06.2015)
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    Der G7-Gipfel und die Bonner Klimagespräche im Überblick.
    Während sich die Regierungschefs der G7-Staaten unter großem Medieninteresse auf Schloss Elmau getroffen haben, wurde gleichzeitig auch in Bonn die Vorbereitung auf die Klimakonferenz in Paris Ende dieses Jahres verhandelt.  Damit es in Paris überhaupt zu einer Einigung kommen kann, muss das im  ... mehr
    Der G7-Gipfel und die Bonner Klimagespräche im Überblick.

    Während sich die Regierungschefs der G7-Staaten unter großem Medieninteresse auf Schloss Elmau getroffen haben, wurde gleichzeitig auch in Bonn die Vorbereitung auf die Klimakonferenz in Paris Ende dieses Jahres verhandelt.  Damit es in Paris überhaupt zu einer Einigung kommen kann, muss das im vorigen Jahr entstandende Lima-Dokument, über das in Paris entschieden werden soll, stark gekürzt werden. Die Verhandlungen zur Kürzung des Dokuments in Bonn kamen allerdings nur sehr langsam voran. Der einzige Durchbruch wurde bei einer Beschlussvorlage für die Förderung des Erhalts von Regenwäldern erzielt. Zum Abschluss der Verhandlungen in Bonn wurde beschlossen, dass die Verhandlungsleiter bis Ende Juli einen übersichtlicheren Text vorbereiten, über den dann im August weiter verhandelt werden soll.

     

    Auf das Ziel, die Erderwärmung um maximal 2°C über der Durchschnittstemperatur der vorindustriellen Zeit zu begrenzen, haben sich die Staaten der Welt ja bereits 2009 in Kopenhagen geeinigt. Obwohl viele der am wenigsten entwickelten Länder sogar eine Begrenzung auf 1,5°C Erwärmung fordern. Seitdem geht es einerseits darum, wer noch wie viel Emissionen verursachen darf. Andererseits um Finanzhilfen und technologische Unterstützung für ärmere Länder, damit sie sich weiter wirtschaftlich entwickeln können, ohne das Klima zu gefährden. Weitere Punkte sind zusätzliche Finanzhilfen zur Anpassung an den nicht zu verhindernden Klimawandel und die Kompensation von Schäden, die durch klimawandelbedingte Extremwetterereignisse verursacht werden.

     

    Klimaziele des G7-Gipfels von Elmau

     

    Bundeskanzlerin Merkel hat in Elmau das Thema Klima wieder auf die Agenda gebracht. In der Abschlusserklärung wird das 2°C-Ziel bestätigt, und es werden deutliche Anstrengungen der G7-Staaten versprochen, sowohl was die Einsparung von Kohlendioxid-Emissionen betrifft als auch Finanzhilfen für ärmere Länder. Das ist zunächst nichts neues, aber es wird auch ausdrücklich vom Ziel einer Dekarbonisierung der Weltwirtschaft bis zum Jahr 2100 gesprochen. Das heißt, dass bis zu diesem Zeitpunkt praktisch keine Energie mehr aus Öl, Kohle und Gas gewonnen werden darf. Bis zum Jahr 2050 streben die G7 an, die Treibhausgasemissionen um möglichst 70% zu begrenzen. Dieser Wert entspricht der oberen Grenze des Bereichs, den der Weltklimarat empfiehlt, um eine Erwärmung um mehr als 2°C zu vermeiden. Zudem wird ausdrücklich erwähnt, dass die Ziele zur Emissionsreduzierung im Laufe der Zeit angepasst werden sollen. Dies ist vor allem wichtig, weil die bisherigen gemeinsamen Ziele der G7 und der EU nicht reichen würden, um das 2°C-Ziel zu erreichen.

     

    Japan und Kanada in der Pflicht

     

    Im Rahmen des G7-Gipfels haben sich nun auch Kanada und Japan ausdrücklich zum Klimaschutz bekannt. Beide Länder liegen mit ihren bisherigen Versprechen deutlich hinter den anderen G7-Staaten zurück. Sie wurden auf der Konferenz in Bonn sogar für ihre wenig ambitionierten Klimaschutz-Ziele kritisiert. Hinzu kommt, dass bei allen G7-Staaten und der EU die aktuell lautende Gesetzgebung zum Klimaschutz sowie deren Energiepolitik mehr oder weniger weit hinter den selbst gesteckten Zielen liegt. Das heißt, falls hier nicht umgehend angepasst wird, werden die Emissionen weiter steigen oder allenfalls gleich bleiben, aber nicht, wie versprochen, sinken. Ein Beispiel dafür ist die immer noch nicht beschlossene Kohleabgabe, die eigentlich dazu gedacht ist, Deutschland wieder näher an seine Ziele zu bringen.

     

    Ein weiterer Beschluss der G7 ist, das ebenfalls in Kopenhagen beschlossene Ziel zu verfolgen, ab 2020 jährlich 100 Milliarden US-Dollar zur Verfügung zu stellen. Wie das genau geschehen soll, wird aber nicht erklärt. Bisher sind dem sogenannten „Green Climate Fund“, der mit dem Geld ärmere Länder unterstützen soll, sich klimafreundlich zu entwickeln, gerade einmal 10 Milliarden versprochen. Fest vereinbart wurde zudem bisher nur die Hälfte dieser Gelder.