Fleischlos glücklich – zum Schutz des Klimas
Klimahaus-Gastronomie bietet seit 5 Jahren rein vegetarische Gerichte und Fisch
Bremerhaven, 1.6.2026
Früher Fleisch, Butter und Sahne, heute Fisch, Couscous und Kokosmilch – seit Juni 2021 und damit seit genau fünf Jahren vermeidet das Speisenangebot in der Klimahaus-Küche im Besucherbetrieb tierische Produkte und ist vegetarisch oder sogar vegan basiert. Aus Gründen der Regionalität stehen auch Fisch und Meeresfrüchte auf dem Speiseplan. Diese Kombination bezeichnen Fachleute als „pescetarisch“. „Der Schritt war durchaus mutig – aber er führt konsequent das Anliegen des Klimahauses weiter, für den Klimawandel und seine Herausforderungen zu sensibilisieren. Es besteht ein großer Zusammenhang zwischen der Art, wie wir uns ernähren und dem Anstieg der Klimagase,“, erklärt Klimahaus-Geschäftsführerin Ingrid Hayen.
Eine Studie der Welternährungsorganisation (FAO) deckte 2006 auf, dass die Tierwirtschaft und damit zusammenhängend der Konsum tierischer Produkte zu den Hauptursachen für die Klima- und Umweltkrise gehören. Denn die Tierwirtschaft produziert große Mengen der drei klimarelevantesten Treibhausgase: Kohlenstoffdioxid (CO2), Methan und Lachgas. Rund 55 Kilo Fleisch isst jeder Deutsche im Durschnitt pro Jahr und verursacht damit unter anderem rund 1730 Kilo CO2. Wer sich pflanzenbasiert ernährt, führt 430 Kilo weniger CO2 in die Atmosphäre.
„Interessenten, die sich nach schmackhaften Alternativen für die heimische Küche umschauen, werden bei uns fündig“, verspricht Ingrid Hayen. Ein Favorit von Küchenchef Marcus Schmidt ist Linsenragout, das er mit Ziegenkäse verfeinert. Er lässt sich gern von der orientalischen und asiatischen Küche inspirieren. Oder sein Team und er entwickeln aus Klassikern fleischlose Alternativen. Sein Angebot an skeptische Gäste „Probier‘ einfach mal“. Eine aktuell laufende, wenn auch nicht repräsentative Umfrage unter Gastronomie-Besuchern ergab: Die Resonanz ist überwiegend positiv.
Selbst die Currywurst oder vermeintliches Hühnerfleisch sind aus pflanzlichen Alternativen. Marcus Schmidt erinnert sich: „Unsere neue Ausrichtung hat für unsere Lieferanten ebenfalls eine Umstellung bedeutet. Diese mussten das Sortiment anpassen und ausweiten. Aber das ist gelungen – nach längerer Suche haben wir nun sehr schmackhafte „No-Chicken-Chunks“ auf Sojabasis im Angebot, die auch Fleischliebhaber nicht als vegetarisch einstufen und deswegen gern wählen“.
Die Zubereitung von Fleischgerichten hat das Gastro-Team in den letzten fünf Jahren aber nicht verlernt. Event- oder Tagungsgäste, die sich Schnitzel und Co wünschen, können sich wie vor der Umstellung auf ihre Lieblingsgerichte freuen. „Wir wünschen uns zwar auch von unseren Event-Gäste eine Entscheidung für die pescetarische Küche, machen dieses Angebot aber ohne den erhobenen Zeigefinger“, begründet Ingrid Hayen dieses Vorgehen.