Doppelausstellung 2027: Klimahaus Bremerhaven und Deutsches Auswandererhaus laden ein
Neue Perspektiven auf zwei großen Themen unserer Zeit: Umwelt und Migration
Bremerhaven, 30.9.2026: Warum verlassen Menschen ihr Zuhause? Wann spielen Umwelt- und Klimaveränderungen dabei eine Rolle? Wie beeinflusst Einwanderung Natur, Gesellschaften und Lebensräume? Mit zwei Ausstellungen widmen sich das Klimahaus Bremerhaven und das Deutsche Auswandererhaus ab dem 1. Mai 2027 dem Verhältnis von Umwelt und Migration. Die Doppelausstellung entsteht in Kooperation mit dem Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven.
Beide Ausstellungen sind Teil der 200 Jahrfeier der Seestadt Bremerhaven in 2027. Einst der größte Auswanderungshafen des europäischen Kontinents, in den 2000er Jahren eine der ersten Städte, die auf Windenergie als Standortfaktor setzte, litt und leidet die Seestadt immer wieder unter Strukturwandel und Wirtschaftskrisen. Die wenigsten wissen: Heute zählt Bremerhaven zu den bedeutendsten Wissenschaftsstandorten Deutschlands. Mit dem Klimahaus Bremerhaven und dem Deutschen Auswandererhaus befinden sich in der Stadt zwei Institutionen, die erfolgreich komplexe Themen an ein breites Publikum vermitteln. Beide Häuser möchten mit der Doppelausstellung zu einem neuen Umgang mit den Herausforderungen Klimawandel und Migration anregen. Dazu stellt ihnen als Partner das renommierte Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung, naturwissenschaftliche Expertise in Form von Forschungsergebnissen und Ausstellungsobjekten zur Seite
Gehen oder bleiben? Die Ausstellung zur Klimamigration im Klimahaus Bremerhaven
Die Ausstellung „Gehen oder bleiben“ zeigt, wie Klimawandel und Migration zusammenhängen. Sie ermöglicht einen Blick in die Zukunft und beweist durch beeindruckende Zeitzeugenberichte ihre Aktualität. „Gehen oder bleiben“ regt dazu an, darüber nachzudenken, wie wir verhindern können, dass Menschen gehen müssen, obwohl sie bleiben wollen – oder bleiben müssen, obwohl ihre Existenz bedroht ist. Denn das Klima verändert sich, die Temperaturen klettern, Gletscher schmelzen, Meeresspiegel steigen. Diese Entwicklungen sind keine bloßen Umweltphänomene, sondern überall auf der Welt ein Risiko für menschliche Grundbedürfnisse. Der Klimawandel gefährdet unseren Zugang zu Wasser, unsere Ernährung und Gesundheit sowie den Boden, auf dem wir leben. Noch gibt es Spielräume, durch Anpassungsmaßnahmen das Schlimmste zu verhindern. Aber schon jetzt stehen Menschen vor der Frage: Gehen oder Bleiben? – mancherorts noch leise, andernorts schon unüberhörbar. Doch die wenigsten Menschen haben die Möglichkeit, selbstbestimmt darüber zu entscheiden. Auch das zeigt die Sonderausstellung im Klimahaus.
Change. Wer verändert wen? Serengeti, Arktis, Regenwald und Nordseeküste erzählen im Deutschen Auswandererhaus
Von der Serengeti über die Arktis und den brasilianischen Regenwald bis an die Nordseeküste betrachtet die Ausstellung die Beziehung zwischen Mensch und Umwelt. Gezeigt werden historisch gewachsene Spannungsfelder und aktuelle Zukunftsperspektiven: Die europäische Idee von Naturschutz und die Rechte der Menschen, die die Serengeti seit Generationen bewohnen. Das Zusammendenken von traditionellem Wissen der Sámi und universitärer Wissenschaft in der Arktis. Die Träume europäischer Eingewanderte, die zur Zerstörung des Regenwaldes beitrugen.
Ausgangspunkt dieser Reise durch eine zweihundertjährige Migrations- und Umweltgeschichte ist Bremerhaven. Die Stadt an der Nordseeküste war einst der größte europäische Auswanderungshafen auf dem Kontinent und ist heute einer der bedeutendsten Wissenschaftsstandorte Deutschlands. So bringt Change. Wer verändert wen? Erfahrungen und Perspektiven aus vier Weltregionen zusammen und zeigt neue Ansätze zum Umgang mit Umweltschutz, Migration und kolonialer Geschichte.
Gehen oder bleiben? Die Ausstellung zur Klimamigration ist vom 1. Mai bis 31. Dezember 2027 im Klimahaus Bremerhaven zu sehen.
Change. Wer verändert wen? Serengeti, Arktis, Regenwald und Nordseeküste erzählen ist vom 1. Mai bis 31. Oktober 2027 im Deutschen Auswandererhaus zu sehen.