Symbolbild
27. September 2018

Seit mehr als drei Wochen brennt das Moor in Meppen. Welche Auswirkungen hat das auf den Klimawandel?

Moorbrand in Meppen

Seit mehr als drei Wochen brennt es auf dem Gelände der Bundeswehr nahe Meppen. Laut Medienberichten auf einer Fläche von bis zu 12 Quadratkilometern und bis in 8 Meter Tiefe. Die Regenfälle am Wochenende haben zwar die oberirdischen Feuer gelöscht, aber im Boden schwelt es weiter, und weitere ergiebige Regenfälle sind derzeit nicht in Sicht. Vergleichbare Brände haben in der Vergangenheit mehrere Monate angedauert.

 

Der Grund für die große Ausbreitung des Feuers, auch in die Tiefe, ist die klimawandelbedingte Dürre in diesem Sommer. Natürliches, nasses Moor brennt nicht so leicht, oder nur oberflächlich. Teile des Gebietes waren aber trocken gelegt, und sind in den letzten Monaten weiter ausgetrocknet. Getrockneter Torf ist leicht entzündlich. Vor der verbreiteten Verwendung von Kohle wurden Moore hauptsächlich zerstört, um Torf als Brennstoff zu gewinnen.

Der Einfluss der Moore auf das Klima

Intakte Moore speichern riesige Mengen CO2. Es handelt sich dabei um die Reste von Pflanzen, die über tausende von Jahren im Moor gewachsen sind. Durch die Nässe im Boden werden die Reste der Pflanzen nicht zersetzt, und das CO2 bleibt gespeichert. Nur 3% der Landfläche der Erde sind von Mooren bedeckt. Dort ist jedoch doppelt so viel CO2 gespeichert, wie in allen Wäldern der Welt zusammen.

 

Obwohl auch intakte Moore landwirtschaftlich nutzbar sind, die sogenannte Paludikultur, werden große Moorflächen in Deutschland zur landwirtschaftlichen Nutzung trockengelegt. Dabei wird das enthaltene Pflanzenmaterial langsam zersetzt, und das enthaltene CO2 frei. Jährlich sind das mehr als 40 Mio. Tonnen CO2. Das entspricht 5% der gesamten deutschen und 40% der in Deutschland durch die Landwirtschaft verursachten CO2-Emissionen.

Brennt ein Moor, wird das gespeicherte CO2 viel schneller frei. Das niedersächsische Umweltministerium spricht bisher von 300.000 Tonnen CO2.  Der NABU hat vorige Woche geschätzt, dass bei 5 Quadratkilometern verbrannter Fläche etwa 500.000 Tonnen CO2 frei werden. Die tatsächliche Menge wird sich aber erst nach Ende des Brandes schätzen lassen.

Zum Vergleich: Die Menge an Torf, die jedes Jahr in Deutschland abgebaut, und damit vernichtet wird, entspricht acht Quadratkilometern Fläche und einen Meter Tiefe. Ein Drittel davon wird für Blumenerde verwendet, obwohl es Alternativen gibt. Außerdem wird zusätzlich Torf aus anderen Ländern importiert, so dass dort Moore zerstört werden.

Das Moor: Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen

Neben dem gespeicherten CO2 haben Moore weitere wichtige Funktionen. Sie bilden den Lebensraum für viele nur im Moor lebende Tiere und Pflanzen. Außerdem wirken sie als Wasserfilter und als Wasserspeicher. Trockengelegte Moore lassen sich wieder vernässen, und gewinnen dann ihre natürlichen Funktionen zurück. Dies kann sogar dazu genutzt werden, CO2-Emissionen zu kompensieren (z.B. Moorland-Zertifikate). Dies funktioniert bei abgebauten oder stark verbrannten Mooren nicht.

Wenn Moor brennt, verbrennen abgestorbene Pflanzenteile. Es entstehen keine unmittelbar giftigen Abgase, außer wenn Munitionsreste betroffen sind. Trotzdem war das Feuer durch die starke Rauchentwicklung potentiell gesundheitsgefährdend. Selbst in Bremerhaven gab es mehrfach Geruchsbelästigung und eingeschränkte Sicht. In den Dörfern, die direkt an das Moor Grenzen, bestand insbesondere für Menschen mit Erkrankungen der Atemwege eine Gesundheitsgefahr. Sicherheitshalber wurde der Katastrophenfall ausgerufen und die Luftwerte wurden ständig überwacht.

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