Durchschnittstemperatur April - August in Deutschland; Datenquelle: DWD
30. August 2018

Deutschlands wärmste Wetterphase seit Beginn der Aufzeichnungen. Alter Hitzerekord von April bis August um 1 °C überboten.

 

Am 1. September ist meteorologischer Herbstbeginn und wir blicken auf eine historische Hitzewelle zurück. Laut den Wetterbeobachtungen des Deutschen Wetterdienstes DWD waren  die Monate April bis August 2018 die wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881 – und  zwar mit Abstand. Die Durchschnittstemperatur des bisher heißesten Abschnitts von April bis August 2003 betrug 16,3 °C. In diesem Jahr wurden im gleichen Zeitraum 17,3 °C gemessen. Der meteorologische Sommer 2018, 1. Juni bis 31. August, endet sogar mit einer durchschnittlichen Temperatur von 19,5 °C. Die dramatische Kehrseite des vielen Sonnenscheins waren zunehmende Trockenheit und Hitze. In vielen Regionen wurden erschreckende Dürrerekorde verzeichnet.

 

Laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft BMEL hatte die Hitzeperiode in diesem Sommer nationales Ausmaß erreicht: in der Landwirtschaft führte sie in weiten Gebieten Deutschlands zu massiven Ernteverlusten, gefolgt von finanziellen Hilfen für die Landwirte. Trotz aller Warnzeichen, dass die globale Erwärmung in rasantem Tempo voranschreitet, wird Deutschland sein selbst gestecktes Ziel von 40% CO2-Einsparung bis 2020 verfehlen. Und auch das Ziel für 2030 von 55% Reduktion ist in Gefahr.

 

Hitzewelle, Pressewelle – und was dann?

 

Aufgrund der sich weltweit häufenden Extremwetterereignisse und besonders der Hitzewelle in weiten Teilen Europas stellen nun nicht mehr nur die Klimaexperten, sondern auch verstärkt die Medien den Zusammenhang zu dem vom Menschen gemachten Klimawandel her: So warf z. B. der britische Guardian Anfang August die Frage auf: „War das die Hitzewelle, die endlich die Leugnung des Klimawandels beendete?“. Denn selbst Boulevardzeitungen sahen auf einmal die Rekordhitze in Zusammenhang mit dem anthropogenen Klimawandel und zitierten entsprechende Klimatologen – vor wenigen Wochen noch völlig unüblich. Ob dies bei den Verantwortlichen zu wirklich neuen Erkenntnisprozessen führt, bleibt zu bezweifeln.

 

Same procedure as every day: Lassen Globale Klimaveränderungen Industrie und Bundesregierung erneut kalt?

 

Besucher des Klimahauses Bremerhaven wissen spätestens nach ihrem Besuch der Wissens- und Erlebniswelt: Beim Klimawandel ist es längst nicht mehr 5 vor, sondern  eher schon kurz nach 12. Angesichts der sich weltweit deutlich abzeichnenden Auswirkungen der Klimaveränderungen geht es nicht mehr darum, die globale Erwärmung zu verhindern, sondern die schlimmsten Folgen abzumildern und sich an den Klimawandel anzupassen. Jüngste Studien dazu zeigen, dass bei einer Erderwärmung von mehr als 2 Grad das Risiko rasant steigt, dass das Klimasystem von selbst in einen „Heißhauszustand“ kippt – mit unvorstellbaren Folgen in vielen Regionen der Erde.

 

Auch hier in Deutschland sind Regierung und Industrie aufgefordert, endlich ihre Versprechungen für mehr Klimaschutz einzuhalten und konkrete Maßnahmen zu ergreifen. Allerdings wehren sich Industrie- und Arbeitnehmervertreter noch immer vehement gegen Reformen.  Der jüngste Appell des EU-Kommissars für Klimaschutz, die Einsparziele der EU von 40 auf 45 % zu erhöhen, wurde vom BDI brüsk zurück gewiesen. Gleichzeitig „entschärfen“ DIHK, RWE sowie die Energie-Gewerkschaft  IG BCE die Arbeit der frisch von der Bundesregierung eingesetzten “Kohlekommission“, deren Auftrag es ist, Lösungen für den Ausstieg aus der Braunkohleindustrie zu erarbeiten. Gleichzeitig werden die Umweltschützer vor Ort diskreditiert. Es ist, wie so oft, eine Lobbyismuslehrstunde zu befürchten, Titel: “Größe schlägt Vernunft.“

 

Teures Extremwetter. Wer kann sich das leisten?

 

Vermutlich bedarf es noch vieler schmerzhafter und kostspieliger Extremwetterereignisse, bis die Klimapolitik in Deutschland die Priorität besitzt, die ihr eigentlich alle, Politiker und Wirtschaftsvertreter, attestieren.

 

Die Erfahrung lehrt uns immer wieder: Leichter geht es, wenn es Geld kostet. Die Hitzewelle kostete Bund und Länder rund 300 Millionen Euro für „Ernteschäden nationalen Ausmaßes“. Dies könnte der entscheidende Anstoß für eine positive Entwicklung sein. Der Druck auf die Politik scheint zu wachsen. Teile der Gesellschaft müssen genau jetzt den echten Willen der Klimaverantwortlichen zum Handeln überprüfen und immer wieder an die eigenen Ziele erinnern. Dazu ruft auch das Klimahaus auf und lädt Besucher und Freunde ein, gemeinsam für die Erfüllung der Klimaschutzziele einzustehen.

 

Klimahaus Bremerhaven 8° Ost ruft Bundesregierung zu konsequentem Verfolgen der nationalen Klimaziele auf

 

„Wir fordern die Bundesregierung dringend dazu auf, ihre selbst gesetzten Klimaschutzziele klar einzuhalten bzw. diese auszubauen und diese gegenüber der deutschen Kohlelobby standhaft zu verteidigen“, sagt Arne Dunker, geschäftsführender Gesellschafter des Klimahauses Bremerhaven 8° Ost. „Fadenscheinige Angstszenarien in Bezug auf die Versorgungssicherheit sowie weitergehende Waldrodungen zur Fortsetzung des Braunkohletagebaus sind ein denkbar schweres Gepäck, wenn es heißt, sich auf der kommenden Klimakonferenz in Kattowitz vor der Weltöffentlichkeit ob der Nichterreichung der eigenen Klimaziele zu verantworten“, so Dunker weiter.

Kontakt

Klimahaus® Bremerhaven 8° Ost

Am Längengrad 8

27568 Bremerhaven

 

Tel.: +49-(0)471-902030-0

Fax: +49-(0)471-902030-99

info@klimahaus-bremerhaven.de

 

 

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