Ferien

auf Langeness

 

Die Osterferien muss Paul bei seinen Großeltern verbringen. Sie wohnen auf der Hallig Langeneß, einer sehr kleinen Insel in der Nordsee. Aber dort gibt es nicht einmal ein Kino. Und seine Großeltern haben auch keinen Fernseher oder Computer.

 

„Geh doch ein bisschen raus zum Spielen“, schlägt Pauls Großmutter vor. „Wie öde“, denkt Paul, zieht sich aber dann doch die Gummistiefel und den Anorak an und läuft nach draußen.

Ein scharfer Wind bläst ihm entgegen und der Boden ist noch ganz matschig von der letzten Sturmflut. Bis zu 50 mal im Jahr wird die Hallig bei Sturmflut mit Wasser überspült. Deiche haben sie nicht. Deshalb steht das Haus von Pauls Großeltern auch auf einer Warft. Warften sind runde Hügel auf denen die Häuser und Ställe gebaut sind, zum Schutz vor dem Wasser. 

Paul will gerade um die Ecke des Hauses gehen als er lautes Gemurmel hört. Verdutzt bleibt er stehen und lugt  vorsichtig um die Ecke.  Als er dort Kühe, Schafe und Ringelgänse wild durcheinander reden sieht, traut er seinen Augen und Ohren nicht.

 

„Schon wieder eine Sturmflut, wie oft soll das denn noch passieren?“ muht eine Kuh aufgebracht. „Aber Hilde, reg dich doch nicht so auf“, unterbricht die dicke Berta sie, die älteste Kuh auf der Weide. „Wieso denn nicht?“, schnattert eine Ringelgans dazwischen. „Früher haben nicht einmal halb so viele Sturmfluten das Land überspült.“ 

Paul kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Er versucht noch ein Stück näher heran zu kommen, um sie besser verstehen zu können. Dabei übersieht er den Blecheimer vor seinen Füßen. Mit einem lauten Scheppern fällt er auf den Steinboden.

Alle Köpfe drehen sich zu Paul und starren ihn an. Die dicke Berta ergreift als erste das Wort: „Haben deine Eltern dir nicht erklärt, dass es unhöflich ist zu lauschen?“ „Aber…ich…ihr…wieso…?“ stammelt Paul und läuft rot an. Dann strafft er seine Schultern und fragt mutig: „Warum beunruhigen euch denn die Sturmfluten überhaupt so?“

Tuschelnd stecken die Tiere die Köpfe zusammen, um sich zu beraten. „Wir können es ihm nicht erzählen, schlimm genug, dass er weiß, dass wir sprechen können“, meckert das Schaf. „Aber vielleicht kann er helfen“, wirft die Kuh Hilde hoffnungsvoll ein. „Wie soll er denn helfen können“, schnaubt die Ringelgans Agnes. „Er ist ja Schuld an der ganzen Misere.“ „ICH?“ ruft Paul entrüstet. „Ich hab doch gar nichts getan!“

 

Kopfschüttelnd dreht sich die dicke Berta zu ihm um. „Nicht du alleine, aber ihr Menschen kümmert euch zu wenig um die Umwelt und verbraucht zu viel Energie. Jetzt wandelt sich das Klima. Es wird immer wärmer und die Überschwemmungen nehmen zu“, erklärt sie. „Aber was hat denn der Klimawandel mit den Sturmfluten zu tun?“ wundert sich Paul. 

„Durch den Klimawandel steigt die Temperatur auf der Erde, auch die in den Ozeanen. Und Wasser dehnt sich bei Wärme aus. Da die Ozeane sich nicht zur Seite ausdehnen können, steigt das Wasser. Außerdem schmelzen die Gletscher z.B. in der Antarktis und fließen in die Ozeane. Der Meeresspiegel ist in den letzten 100 Jahren um mehr als 20 Zentimeter gestiegen. Früher waren die Sturmfluten schwächer und harmloser. Jetzt überfluten sie schon die Felder.“ 

„Hm, wie kann man das denn wieder rückgängig machen?“ überlegt Paul. „Rückgängig machen?“, höhnt Ringelgans Agnes. „Dafür ist es längst zu spät.“ „Aber aufhalten kann man es noch, damit es nicht schlimmer wird“, wirft das Schaf Ida ein. „Und wie soll das gehen?“ fragt Paul verzweifelt. „Ich meine, was kann ich denn schon tun. Ich bin doch bloß ein kleiner Junge.“

 

„Na, na, jetzt mal den Kopf nicht hängen lassen, Paul. Jeder kann etwas tun. Ein guter Anfang ist, z.B. Energie zu sparen“, mischt sich die dicke Berta wieder ein. „Schalte das Licht und den Fernseher aus, wenn du sie nicht brauchst. Lass nicht das Fenster offen, wenn die Heizung läuft. Lass den Wasserhahn nicht unnötig laufen, während du die Zähne putzt. Benutze die Spartaste am WC und gieße die Blumen mit Regen- statt mit Trinkwasser.“ „Aber das ist ja gar nicht schwer“, staunt Paul und wird ganz aufgeregt. „Das muss ich gleich Oma und Opa erzählen“ ruft er und saust schon Richtung Haus.

 

 „Viel Erfolg“ ruft Ida. „Aber verrate nicht, von wem du die Ideen hast“, ermahnt Agnes. „Bis bald“, „Alles Gute“, „Komm bald wieder“, blöken, schnattern und muhen die Tiere durcheinander, aber Paul hört sie schon gar nicht mehr. Aufgeregt berichtet er seinen Großeltern seine neuen Energiespartipps und beschließt, sie auch seinen Eltern und Freunden zuhause zu erzählen. Dann können sie alle gemeinsam etwas gegen den Klimawandel tun. Und auf einmal freut er sich schon auf die nächsten Ferien auf Langeneß, in denen er den Tieren von seinen Erfolgen berichten kann.

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